Montag, 4. Februar 2008

Karneval Episode III - Der "Narrenumzug" O bloco da Raia

Der nächste Tag startete, wie zu erwarten war, verkatert. Aber das war man am vierten Tag ja schon gewöhnt. Ein entspannter Nachmittag ließ die Lebensgeister aber rechtzeitig zurückkommen. Rechtzeitig für den Bloco da Raia. Diese Veranstaltung hat es wirklich in sich. Hat irgendwie was vom Narrenkarneval, den hierbei gilt es sich ziemlich närrisch zu verkleiden. Heißt konkret, dass die Männer als Frauen verkleidet gehen. Die Frauen tun gleiches nur teilweise. Allerdings ist dies für alle Hobby- und Vollzeittransvestiten der Tag des Karnevals. Insgesamt ist mir sowie so aufgefallen, dass es überhaupt übermäßig viele Transvestiten im Carnaval gibt.

Manchmal sind Sie verblüffend gut verwandelt und ich habe erst bei genauem hinsehen ihre Maskerade erkennen können. Cuidado!, sag ich nur dazu. Und glaubt mir, auch was ihr von Rio oder SP im TV sehen könnte, ist nicht immer waschecht! So sind wir späten Nachmittag bei einer Freundin von Rodrigo zum Dressen geladen gewesen. So sind wir, 6 Jungs, von Mutter samt 3 Töchtern eingekleidet und geschminkt worden. Die hatte ihren Spaß und wir mussten herhalten. War zwar schon ganz lustig, aber meine transvestitischen Neigungen halten sich dann doch in Grenzen. Aber was tut man nicht alles, um sich in die fremde Kultur zu integrieren. Umso lustiger war jedoch der folgende Event. Wieder mit Vodkamix bewaffnet sind wieder ins Stadtzentrum gelaufen. Nach anfänglichem Unwohlsein, vor allem wegen dem ziemlich stark gekürzten Kleid, das ich trug, gewöhnte ich mich dran. Und es waren wirklich fast alle Männer der Stadt als Frauen verkleidet. Gemeinsam wurde dann auf gleichem Weg der Umzüge des vorigen Tages der Bloco da Raia gefeiert. Dabei handelt es sich wohl um eine sehr alte und damit umso beliebteste Tradition. Es gab ebenfalls eine Bateria und einige Sänger, die folgendes Lied gesungen haben:

É o bloco da Raia
tem o sangue temperado
quando chegar o carnaval,
meu amor, deixa a tristeza de lado.
Abram alas minha gente
nosso bloco já chegou,
vem passando na rua da raia
pra mostrar o seu calor.

Ist ein sehr prägendes Lied, das man perfekt mit grölen kann. Und das Highlight an sich, war schließlich der einzige teilnehmende Wagen. Von ihm aus wurde nämlich statt Kamelle Freibier verteilt – und zwar ohne Ende. Verdanken hatten wir das dem neuen Prefeito der Stadt, der sich wohl unter seinen Wähler weiter beliebt machen wollte. :-) Aber was soll ich sagen, ich mag ihn auch. Der Umzug und der restliche Spaß auf der Straße dauerte etwa 2, 3 Stunden. Danach entschied sich die Mehrheit, mich eingeschlossen, für eine Umziehen und Abschminken bevor es wieder mal in den Clube ging. Nur der harte Kern zog den ganzen Abend in Frauenklamotten durch. Nichts für mich. Sonst kann ich zum restlichen Abend nichts Neues erzählen, außer dass er diesmal in der Bar von Rodrigos Onkel endete und wieder mal einen herrlichen Reis-Hähnchen-Eintopf serviert wurde. Das Beste gegen zu viel Bier…
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Alle Fotos könnt ihr bei Picasa anschauen:
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Viele liebe Grüße,
euer Roman

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