Donnerstag, 31. Januar 2008

Fußball Guaratingetá vs. Paulista

Dieser nette Ausflug mit Rodrigos Vater und dessen Schwager nach Guaratingetá, was ca. 30km von Cachoeira entfernt liegt , ist eigentlich wenig spektakulär. Dennoch zeigt es irgendwie, wie das Leben hier manchmal abläuft. Wir wollten zu einem Erstligaspiel zwischen Guará und Paulista. Auf dem Weg dorthin hatte es mal wieder geschüttet, als ob es kein Morgen gäbe. Auch beim Eintritt ins relativ kleine Stadion war es noch kräftig am Regnen, sodass das halbe Stadion unter Wasser stand. Nach vielleicht einer halben Stunden hatte es aufgehört und wir konnten die Tribüne beziehen, die schon voll von angeheizten, pitschnassen Fans war. Die gegnerischen Fans, deren Tribüne nicht mal eine ganze Kurve groß war, waren nur zu sechst oder siebent vertreten. Auch die Mannschaften liefen sich inzwischen auf dem völlig überfluteten Platz warm und alle freuten sich auf das Spiel. Vereinzelt wurde sogar noch versucht die riesigen Pfützen zu verteilen – vergebens. Die Schiedsrichter begingen noch a. 1 ½ Stunden den Platz, was definitiv das Highlight des Abend blieb, weil die Linienrichterin eine große, schlanke und gut gebaute Brasilianerin war. Dann sagten sie das Spiel doch endgültig ab. Die 20R$ (ca. 8€) Eintritt gab es natürlich nicht zurück – ist klar. Dennoch blieb alles ruhig. Mag wohl daran liegen, dass hier in Fußballstadien kein Alkohol verkauft wird, oder dass die zahlreichvertretene und gutgepanzerte Polizei wahrscheinlich wenig zimperlich mit Randalen umgeht. Beides reduziert anscheinend das Gewaltpotenzial drastisch. Also sind wir zur zweit liebsten Beschäftigung der Brasilianer – nach Fußball – übergegangen, Biertrinken. War auch nett… Fußball habe ich an diesem Tag nicht mehr gesehen.

Viele liebe Grüße,
euer Roman

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