Sonntag, 23. März 2008

Osterreise entlang der Nordküste von São Paulo

Liebe Leute, da ich gerade frische von meiner 1. Mai Reise zurück gekommen bin und damit schon wieder neuen Blogstoff gesammelt haben, werde ich wieder etwas nach arbeiten. Dabei ist meine Reise entlang der Nord Küste von SP, die ich schon an Ostern unternommen habe, ein ganz besonderes Event, denn diese Region ist wunderschön und gehört mit Sicherheit zu den aufregensten Küstenregionen Brasilien. Aber ich fange mal ganz vorne an:

15.03.2008 - Paúba




Zunächst einmal war es für mich eine willkommene Überraschung das die Uni hier erst nach wenigen Wochen Vorlesung gleich mal eine Woche Ferien spendiert. Konkret hieß das, dass die Woche vor Ostern frei war und somit hatte ich fast 10 zum Reisen. Zudem üerraschte mich Paula, eine Freundin, die zu meiner Architektenfreundesclique gehört, mit einer Einladung das Wochenende mit ihr und weiteren 11 Personen im Haus ihrer Eltern in Paúba zu verbringen. Das ist eben an der Nordküste SPs und das Haus liegt dort in einem Condomino. Ich weiß nicht,ob ich das schon erzählt habe, aber die Condomino sind charakterischtisch für Brasilien. Es handelt sich dabei um eingezäunte Gemeinschaften, die bewacht und mit einem Grundservice versorgt werden. Sowohl in SP Stadt als auch an den Küsten ist dies sehr gebräuchlich. Und so kommt es, dass jeder aus der Stadt, wenn er es sich nur irgendwie leisten kann, ein Haus am Strand in einer dieser Condominos hat. Natürlich gibt es dabei einfacherere und exklusivere. Das Haus von Paula gehört schon zu etwas gehobenen Klasse, glaube ich. Typischerweise hat das Haus mehr Schlafzimmer und Betten als sonst was, um mit so vielen Leute wie möglich dort hin zu reisen. Aber insgesamt ein super schönes Haus mit allem, was man sonst brauch - Küche, Wohnzimmer, riesen Garten mit Churrasceiro und Steinofen, Veranda, ... So sind wir 13, 1 Deutscher, 1 Holländer, 1 Frazösin und 10 Brasis am Freitag Abend auf die ca. 3 Autoreise nach Paúba gegangen. Typisch brasilianisch, natürlich mit Verspätungen. Vereinbart war 19h an der Uni. Los gings dann natürlich erst weit nach Mitternacht. :-)


Dort angekommen, haben wir natrülich sofort begonnen das Wochenende zu genießen. Mit einer Menge Essen, Bier, Caipirinha und viel Spaß, Musik und Tanz. Was soll ich da noch großartig erklären - ihr könnt es euch vorstellen und auch die Fotos dazu anschauen. Einziges Manko, was zu noch mehr Aktivität im Haus geführt hat, das Wetter war unheimlich schlecht und bis auf den Sonntag, den wir mit mehr oder weniger Sonne am Strand verbringen konnten, hat es sehr viel geregnet.


Alle Fotos, dieser herrlichen Tage findet ihr wie immer unter:

http://picasaweb.google.com/RomannoBrasil/SemanaSantaPaBa?authkey=IzJ-rv5AfR4



2 Videos der ausgeflippten Party gibt es hier:


http://www.youtube.com/watch?v=JXiw9au3LY8


http://www.youtube.com/watch?v=cPM0LtyZjhg



18.03.2008 - Ilha Bela


Am Montag früher Morgen hat die ganze Bande dann die Zelte wieder abgebrochen und die Heimreise angetreten, weil die meisten trotz Ferien in der Uni zurück mussten, Arbeit und andere Aktivitäten. Die ganze Band? Naja, ich eben nicht. Ich hatte am Wochenende fleißig eine kleine Skizze der Nordküste aus einem Tourenguide abgezeichnet. Damit war klar, was ich machen würde.
Direkt vom Haus in Paúba habe ich einen Bus Richtung Norden nach São Sebastião genommen. Die Stadt liegt festlandseitig gegenüber der Ilha Bela, eine kleinen, aber wie der Name schon sagt, schönen Insel. Das Wetter war immernoch bescheiden aber nichts desto trotz bin ich mit der Fähre übergesetzt, um dort eine Nacht auf der Insel zu verbringen. Und tatsächlich, trotz Tourismus und Zivilisation ist die Insel wirklich schön. Tolle Wälder und fantastische Wasserfälle, die man per Wanderung erreichen kann. Tatsächlich ist nur die Westküste (Seite zum Festland) wirklich besiedelt und mit Infrastruktur erschlossen. Auf einer Länge von 36km erstreckt sich so mehr oder weniger ein Städtchen mit ein paar Bars, Hostels und Herbergen. Ganz süß eigentlich. So habe ich mir dort ein Hostel gesucht, in dem ich dann der einzige Gast war. War halt Montag und schlechtes Wetter - wirklich ruhig! An diesem tag habe ich nur noch einen kleinen Ausflug zum Wasserfall des weißen Wassers gemacht. Das Wasser dort schäumt unheilich und wirkt deshalb sehr weiß. Am Abend habe ich alte Zentrum aufgesucht, um zu wirklich touristischen Preisen zu essen. Aber dafür war die Promenade und der Ausblick traumhaft.
Am kommenden Dienstag hatten sich dann aber die Wolken entschlossen, der Sonne platz zu machen, so dass ich für meine Wanderung zu einem wunderschönsten Wasserfälle der Insel zu machen. Dazu bin ich mit dem Bus zur südlichesten Endhaltestelle gefahren und von dortaus noch etwa 1 1/2 Stunden gewandert. Der Weg war wirklich halsbrecherisch. Wenn überhaupt war dieser Weg nur noch für schwere Geländefahrzeuge geeignet. Trotz allem habe ich dennochkurz vor Erreichen des Wasserfalls eine Haus gefunden in dem eine ältere Frau mit ihrem Sohn lebt. Wirklich kurios - weit entfernt von der Zivilisation und noch nicht mal ein Uhr hatte die Frau. Dafür hatte Sie einen unglaublichen Blick über die Küste der Insel.
Der Wasserfall, den ich dann schließlich erreicht habe war wirklich die Wanderung wert. Aber:


Schaut auch hier lieber die Fotos an:

http://picasaweb.google.com/RomannoBrasil/SemanaSantaIlhaBela?authkey=f10CJ8LuTTo


19.03.2008 - Ubatuba


Noch am Dienstag Abend bin ich dann wieder los von der Insel, um weiter nach Norden nach Ubatuba zu fahren. Nach ca. 2 Busstunden bin ich dort relativ spät Abends angekommen. Die Stadt ist ebenfalls bei Touristen beliebt und hat somit auch am Abend noch etwas Leben gehabt. Nach einer kleinen Suche, habe ich bei einer Frau, die ein paar Zimmer zu vermieten hatte ein Bett gefunden. Wirklich nicht mehr als ein Bett und es gab ein kleines Bad (im Hof! :-D) Aber hat auch nur 20 R$ (ca. 8€) gekostet und es gab den Standardalki gratis dazu, der dort alleine am Tisch am Spritten war und ne Menge Bier und Geschichten für mich hatte. Dennoch habe ich es dann doch vorgezogen, den Abend an der Promenade zu verbringen, wenn auch allein. Denn die Stadt was letztendlich doch ziemlich ausgestorben. Den Mitwoch morgen habe ich dann sehr entspannt am Strand gefrühstückt. Immer noch alleine, denn viel mehr Leute waren immer noch nicht zu sehen. An sich ist die Stadt auch nicht sonderlich spektakulär. So bin ich mit dem Bus zum 20km Lazaró gefahren. Dort erwartete mich mein Freund Vinicius, der mit seinen Eltern gerade dort angekommen war, um die Feiertage in ihrem Haus zuverbringen. Die Einladung, eine Nacht bei ihnen im Haus zu bleiben, nahm ich natürlich ungeniert an. War auch wirklich toll bei ihnen. Und so habe ich die, meiner Meinung nach schönsten Stränder der Nordküste SPs kennen gelernt. Wirklich paradisische Buchten mit herrlichem Wasser und kaum Tourismus. Lediglich die Bewohner der dort zu findenden Condominos waren dort am Strand. Und dank der netten Familie einschließlich der Haushälterin ging es mir dort richtig gut. :-) Frischer Fisch und gut gekühltes Bier - da verstehe ich die brasilianischen Vorlieben direkt.


Schaut hier rein - lohnt sich wirklich:

http://picasaweb.google.com/RomannoBrasil/SemanaSantaBesuchBeiViniciusFamilie?authkey=G6p4tTK2rco


20.03.2008 - Paraty und Trinidade




Am folgenden Tag hat mich Vinicius Familie noch zum Busbahnhof von Ubatuba gebracht, von wo aus ich einen Bus nach Paraty genommen habe. Das kleine idyllische Dörfchen liegt schon im Bundesstaat Rio de Janeiro und ist vor allem wegen seinem historischen Zentrum einen Besuch wert. Dort ist alles im Kollonialstil erhalten oder wieder hergestellt. Neben ein paar Kutschen zieren jede Menge Händler, Geschäfte und Lokale die mit groben Kopfsteinpflaster versehenen Straßen. Es herrscht eine sehr entspannt aber eben auch touristische Atmosphere.


Auch hier war wegen der Osterffeiertag Hochbetrieb. Tortzdem habe ich eines der letzten Hostelbetten ergattert. Dieses stand im wohl kleinsten Hostelzimmer der Welt und war das dritte eines Etagenbettes etwa 50 cm unter der Decke. Der Zimmerventilator, der das Klima im Zimmer einigermaßen erträglich halten sollte, rotierte dafür die ganze Nacht wie ein Helikopter an meinem Ohr vorbei.
Den Abend habe ich noch mit zwei Schweden verbracht, die auf Südamerikareise waren. Gemeinsam haben wir den Osterfackelmarsch durch Zentrum angeschaut. Auch ein Teil der wohlingen Atmosphere. Um den nächsten Tag nicht zuverschlafen war es aber eingentlich ruhig.
So konnte ich am nächsten Tag nach Trinidade fahren, was eigentlich 25km entgegen meiner Reiserichtung lag. Dennoch lohnte sich der kleine Ausflug, denn dort tut sich ein herrliches Strandparadis mit perfekten Wellen für Surfer auf. So tummeln sich dort jede Menge junge Leute, Camper, Aussteiger und Hippies. Außerdem zieren seltsam rundgewaschenen Felsen den traumhaften Sandstrand, die zusammen mit den Wellen ein bizarres Schauspiel der Brandung abgeben.




Mehr schönes aus Trinidade gibt es hier:


http://picasaweb.google.com/RomannoBrasil/SemanaSantaParaty?authkey=mh7bwUg0YvY



Am frühen Nachmittag bin ich dann zurück nach Paraty, um noch einen Bus nach Rio zu nehmen, meiner letzten Station dieser Reise.



21.03.2008 Rio de Janeiro




So kam ich Freitag abends erneut in Ipanema an und hatte gleiches Problem. Jede Menge Touristen und kein Bett. Doch in einer Art Hostel Village, das heißt in einer kleinen Straße mit zig Hostels rechts und links, gab es dann auch hier was für mich. Das Glück des Abends war, dass just zum Zeitpunkt meiner Ankuft, etwa 11 Uhr abends, sämtlich Hostelbewohner gemeinsam ausgegagen sind. So habe ich nur noch schnell mein Shirt gewechselt, bevor ich mit ca. 15 oder mehr Leuten nach Lapa. Das berühmte Nachtleben dieses Viertels ist wirklich seinen Ruhm wert. Hunderte von Menschen schieben oder tanzen sich durch die Gassen und in bzw. aus den Diskotheken. Diesen Reihen sich dort eng aneinander und bieten alles von brasilanischen Musikgenuss bis allen modernen Musikrichtungen. Wer keinen Bock auf Disko hat, kann auch einfach nur auf der Straße trinken, essen oder tanzen. Angebote gibt es dafür genug.

Den Samstag habe ich dann bei herrlichem Wetter auch dem Corcovado verbracht. Dort steht der Chrito Redentor - die Christusstatue. Und was soll ich sagen: Schweine teuer, rotzevoll mit Touris und völlig kommerzialisiert und trotzdem jeden Umstand wert. Belohnt wird man mit einer fantastischen Aussicht und eine monumentalen Atmosphere. Hat mir super gefallen.

Rundumblick vom Corcovado:

http://www.youtube.com/watch?v=hQLEbyeHdyM

Ansonsten bin ich am Samstag dann noch vom Hostel zu Couchsurfing um gezogen, ist einfach billiger :-) Bei Thaís konnte ich eine Nacht bleiben und habe mich auch gleich wie zu Hause gefühlt. Abends habe ich mich dann noch mit Sarah, ihrer Mutter und einer Freundin getroffen. Es ging nochmal nach Lapa. Einfach toll da und immer was zu erleben.

Impressionen aus Rio seht ihr hier:

http://picasaweb.google.de/RomannoBrasil/SemanaSantaRio?authkey=ptQPq3HmSP4

Sonntag Morgen waren wir noch gemeinsam einschließlich Thaís auf einem Markt in Ipanema und haben brasilianische Handwerkskunst bestaunt. Es gab wirklich alles: Klamotten, Schuhe, Instrumenten, Schmuck, Möbel... Doch nach dem anschließenden Mittagessen musste ich mich dann auf dem Heimweg machen. Nach einer unglaublich schönen Woche Reisen, war ich auch erschöpft und zufrieden genug, um mit einem Berg schöner Erfahrungen zurück nach Hause zu kehren.

Ich hoffe es hat euch gefallen und sende euch somit nur noch viele liebe Grüße,

euer Roman

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