... ach ja, eigentlich bin ich ja in São Paulo um zu studieren, oder nicht? Nach einem halben Jahr und 18 Posts fällt mir auf, dass ich noch nicht einmal über die USP gebloggt habe. Aber tatsächlich, ich habe hier studiert, vier Kurse belegt, von denen ich sogar drei besucht und zwei mit Prüfungen absolviert habe – und das mit sogar ansehnlichen Ergebnissen. Außerdem habe zweimal die Woche Sprachkurs und zum Ausgleich Capoeira und Forró besucht. Gar nicht so schlecht, oder? Sei es drum, jetzt ist es schon vorbei. Am vergangenen Freitag war meine letzte Prüfung und seit dieser Woche sind Ferien. Jetzt muss ich nur noch aus organisatorischen Gründen zurück an die Uni und vielleicht, um lecker „Bandejão“ – das ist die Mensa – zu essen.
Insgesamt hat mir das Auslandssemester gut gefallen. Die USP ist toll, riesig, grün und erholsam im Gegensatz zur hektischen und schmutzigen Atmosphäre der Stadt. Ist gibt, Parks, Wald und schöne Plätze, viele Museen und Freizeitangebot. Ich habe dort viel Zeit verbracht. Gibt schließlich über 80.000 Studenten, mit denen man die Zeit vertrödeln kann. :-) An der Poli, der Ingenieurfakultät, war ich dabei gar nicht so viel. Meiner Meinung nach gehört sich nicht zu den schönsten Plätzen. Und der Vorteil als internationaler Student: Man kennt super viele Leute aus allen Fakultäten. Deshalb habe ich viel Zeit an der FAU (Fakultät für Architektur und Urbanismus), der FFLCH (Fak. für Philosophie, Literatur- und Geisteswissenschaft), an der ECA (Kunstschule) oder in der Cepe (Sportzentrum) verbracht.
Die Lehre an sich, hat mir ganz gut gefallen. Das Angebot ist ziemlich umfangreich und vergleichbar mit unseren Unis. Wobei sich allerdings die Schwerpunkte etwas anders gestallten. Der Fahrzeugtechnische Bereich ist natürlich nicht so ausgeprägt, dafür liegt der Fokus auf Energietechnik, Produktion oder allgemein Mechanik. Insgesamt habe ich hier allerdings nichts gemacht, was in Deutschland nicht auch möglich gewesen wäre, was sicherlich nicht überrascht. Mit einem Maschinenbaustudium besteht an sich keine Veranlassung außerhalb von Deutschland zu studieren – zumindest, was das Lehrangebot angeht. Die Qualität selber ist, wie auch in Deutschland, stark vom einzelnen Fach bzw. dem ausübenden Professor abhängig. Ich habe da verschiedene Erfahrungen gemacht, von veralteten Materialien über müde wirkende, alte Professoren, die nur labern oder die Tafel zuschmieren bis hin zu motivierten und hilfsbereiten Professoren, die auch Laptop und Beamer benutzen. Insgesamt kommen die neuen Medien allerdings etwas zu kurz, glaube ich und der Unterricht ist wenig anschaulich. Letzteres gilt allerdings auch für die Uni Stuttgart. Gut gefallen hat mir hingegen, dass die Kurse sehr klein sind. Nicht mehr als 15 – 30 Studenten saßen in meinen Vorlesungen, was auch dem uniweiten Schnitt nahe kommen sollte. Schließlich hat die USP über 5200 Professoren, was einem Schnitt von ca. 15 Studenten pro Professor entspricht. In Stuttgart gibt es hingegen gerade mal 280 Professuren für 20.000 Studenten – das sind über 70 Studenten pro Professor. Logisch, dass ich so hier an der USP guten Kontakt zu den Profs hatte, was vielleicht auch ein bisschen durch mein Austauschdasein unterstützt wurde, denn ich war weitestgehend der einzige meiner Art in meinen Kursen. Die Kurse waren selbstverständlich auf Portugiesisch. Dementsprechend wenig habe ich während der Vorlesung verstanden. Aber, sein wir mal ehrlich: In Stuttgart habe ich trotz Deutsch auch nicht immer alles verstanden. Da sich aber die Profs gut persönlich um mich gekümmert haben und bei Bedarf auch Englisch mit mir sprechen konnten, war es gar nicht so schlimm. Insgesamt ist Englisch auch unter den Studenten relativ weit verbreitet, mehr als man mir vorher prophezeit hat.
Außerdem unterscheidet sich das Prüfungssystem deutlich. Über die Vorlesungszeit verteilt, schreibt man zwei bis drei Prüfungen, was mehr Arbeit im Semester bedeutet. Allerdings sind die Ferien hier dann auch wirkliche Ferien und nicht wie bei uns Prüfungszeit. Hat so seine Vor- und Nachteile. Ansonsten sind die Methoden allerdings ähnlich, es gibt Übungen und Testate und gibt Referate oder man macht eine Präsentation. Sogar ich hatte diese Ehre, meine Mitstudenten damit und außerdem in vermutlich furchtbarem Portugiesisch zu beglücken. :-) Nichts desto trotz bin ich unglaublich stolz einen portugiesischen Vortrag gehalten zu haben.
Neben der Lehre kämpft die Univerwaltung ebenfalls mit riesigen Problemen der Bürokratisierung aus der sich unendliche Probleme und Wartezeiten für mich und meine Austauschsemesterorganisation ergeben haben. So habe ich beispielsweise erst vier Wochen vor Vorlesungsende mein Studentenausweis bekommen, der unteranderem nötig für Zugang für einige Bereiche wie auch die Mensa ist. Bis heute habe ich keinen Zugang zu den Computern der meisten Studentenarbeitsräume sowie zum W-LAN der USP. Dafür wurde mein einziger Zugang zu einem Raum mit völlig veralteten Rechnern, die nicht mal einen USB-Anschluss haben, zwei Monate vor Semesterende wieder abgeschaltet. Aber ich beschwere mich nicht. Akzeptiere dokumentierend diese Situationen. Viele der Unannehmlichkeiten wurden schließlich durch guten Willen, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gemildert, so dass ich immer noch relativ entspannt bin. Kleines Schmankerl zu Schluss noch: Wegen meiner Situation, weder Doppeldiplom- noch regulärer Programmstudent zu sein, wurde mir von offizieller Seite der Studentenpass für die öffentlichen Verkehrsmittel verweigert. Begründung… ähhh, ja – gab es eigentlich keine. Aber ich wäre ja nicht in Brasilien, wenn es nicht noch einen anderen Weg gegeben hätte…
Insgesamt hat mir das Auslandssemester gut gefallen. Die USP ist toll, riesig, grün und erholsam im Gegensatz zur hektischen und schmutzigen Atmosphäre der Stadt. Ist gibt, Parks, Wald und schöne Plätze, viele Museen und Freizeitangebot. Ich habe dort viel Zeit verbracht. Gibt schließlich über 80.000 Studenten, mit denen man die Zeit vertrödeln kann. :-) An der Poli, der Ingenieurfakultät, war ich dabei gar nicht so viel. Meiner Meinung nach gehört sich nicht zu den schönsten Plätzen. Und der Vorteil als internationaler Student: Man kennt super viele Leute aus allen Fakultäten. Deshalb habe ich viel Zeit an der FAU (Fakultät für Architektur und Urbanismus), der FFLCH (Fak. für Philosophie, Literatur- und Geisteswissenschaft), an der ECA (Kunstschule) oder in der Cepe (Sportzentrum) verbracht.
Die Lehre an sich, hat mir ganz gut gefallen. Das Angebot ist ziemlich umfangreich und vergleichbar mit unseren Unis. Wobei sich allerdings die Schwerpunkte etwas anders gestallten. Der Fahrzeugtechnische Bereich ist natürlich nicht so ausgeprägt, dafür liegt der Fokus auf Energietechnik, Produktion oder allgemein Mechanik. Insgesamt habe ich hier allerdings nichts gemacht, was in Deutschland nicht auch möglich gewesen wäre, was sicherlich nicht überrascht. Mit einem Maschinenbaustudium besteht an sich keine Veranlassung außerhalb von Deutschland zu studieren – zumindest, was das Lehrangebot angeht. Die Qualität selber ist, wie auch in Deutschland, stark vom einzelnen Fach bzw. dem ausübenden Professor abhängig. Ich habe da verschiedene Erfahrungen gemacht, von veralteten Materialien über müde wirkende, alte Professoren, die nur labern oder die Tafel zuschmieren bis hin zu motivierten und hilfsbereiten Professoren, die auch Laptop und Beamer benutzen. Insgesamt kommen die neuen Medien allerdings etwas zu kurz, glaube ich und der Unterricht ist wenig anschaulich. Letzteres gilt allerdings auch für die Uni Stuttgart. Gut gefallen hat mir hingegen, dass die Kurse sehr klein sind. Nicht mehr als 15 – 30 Studenten saßen in meinen Vorlesungen, was auch dem uniweiten Schnitt nahe kommen sollte. Schließlich hat die USP über 5200 Professoren, was einem Schnitt von ca. 15 Studenten pro Professor entspricht. In Stuttgart gibt es hingegen gerade mal 280 Professuren für 20.000 Studenten – das sind über 70 Studenten pro Professor. Logisch, dass ich so hier an der USP guten Kontakt zu den Profs hatte, was vielleicht auch ein bisschen durch mein Austauschdasein unterstützt wurde, denn ich war weitestgehend der einzige meiner Art in meinen Kursen. Die Kurse waren selbstverständlich auf Portugiesisch. Dementsprechend wenig habe ich während der Vorlesung verstanden. Aber, sein wir mal ehrlich: In Stuttgart habe ich trotz Deutsch auch nicht immer alles verstanden. Da sich aber die Profs gut persönlich um mich gekümmert haben und bei Bedarf auch Englisch mit mir sprechen konnten, war es gar nicht so schlimm. Insgesamt ist Englisch auch unter den Studenten relativ weit verbreitet, mehr als man mir vorher prophezeit hat.
Außerdem unterscheidet sich das Prüfungssystem deutlich. Über die Vorlesungszeit verteilt, schreibt man zwei bis drei Prüfungen, was mehr Arbeit im Semester bedeutet. Allerdings sind die Ferien hier dann auch wirkliche Ferien und nicht wie bei uns Prüfungszeit. Hat so seine Vor- und Nachteile. Ansonsten sind die Methoden allerdings ähnlich, es gibt Übungen und Testate und gibt Referate oder man macht eine Präsentation. Sogar ich hatte diese Ehre, meine Mitstudenten damit und außerdem in vermutlich furchtbarem Portugiesisch zu beglücken. :-) Nichts desto trotz bin ich unglaublich stolz einen portugiesischen Vortrag gehalten zu haben.
Neben der Lehre kämpft die Univerwaltung ebenfalls mit riesigen Problemen der Bürokratisierung aus der sich unendliche Probleme und Wartezeiten für mich und meine Austauschsemesterorganisation ergeben haben. So habe ich beispielsweise erst vier Wochen vor Vorlesungsende mein Studentenausweis bekommen, der unteranderem nötig für Zugang für einige Bereiche wie auch die Mensa ist. Bis heute habe ich keinen Zugang zu den Computern der meisten Studentenarbeitsräume sowie zum W-LAN der USP. Dafür wurde mein einziger Zugang zu einem Raum mit völlig veralteten Rechnern, die nicht mal einen USB-Anschluss haben, zwei Monate vor Semesterende wieder abgeschaltet. Aber ich beschwere mich nicht. Akzeptiere dokumentierend diese Situationen. Viele der Unannehmlichkeiten wurden schließlich durch guten Willen, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gemildert, so dass ich immer noch relativ entspannt bin. Kleines Schmankerl zu Schluss noch: Wegen meiner Situation, weder Doppeldiplom- noch regulärer Programmstudent zu sein, wurde mir von offizieller Seite der Studentenpass für die öffentlichen Verkehrsmittel verweigert. Begründung… ähhh, ja – gab es eigentlich keine. Aber ich wäre ja nicht in Brasilien, wenn es nicht noch einen anderen Weg gegeben hätte…
Abschließend will ich euch noch ein paar Fotos, der Uni und des Campus zeigen. Das lohnt sich, denn das Ambiente ist wirklich schön. Zu sehen sind ein paar Bilder der Umgebung, der Mechanik, der Architektur, vom Sprachkurs, Forró an der USP oder der Cepe:

Außerdem gibt es hier Bilder eines Fußballtuniers der Internationalen der Poli (iPoli):
Und abschließend die Batizado 2008 der Capoeiragruppe in der Cepe, bei der ich auch trainiert habe:
http://picasaweb.google.com/RomannoBrasil/BatizadoDeProjeteLiberdadeCapoeira2008?authkey=TPhyw_zCeog
http://www.youtube.com/watch?v=EjbhhMvbxRE
So Leute, bleibt die Frage was ich von jetzt an machen werde. Also wie schon von Anfang an geplant, sofern ich mich hier wohlfühle würde, werde ich meinen Aufenthalt durch ein Praktikum ergänzen. Und nach unzähligen, meist unbeantworteten Bewerbungen, habe ich tatsächlich ein dreimonatiges Praktikum bei Mercedes-Benz do Brasil Ltda. organisieren können. Ebenfalls mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Organisation sowie Kommunikation – hier war allerdings nicht die Sprache, sondern eher die Transparenz das Problem – werde ich voraussichtlich am 11. August in São Bernardo do Campo im Bereich „Series Management Aggregate MBBras“ anfangen. Mehr weiß ich auch noch nicht. Ich sage ja, die Kommunikation lässt zu wünschen übrig. Mal sehen, wird aber sicherlich cool. Und wen es interessiert, was ich hier verdienen kann – gar nichts! Offiziell gibt es in diesem „Intership Program“ nur eine Unterstützung zum wohnen und die ist nicht der Rede wert.
Weitere konkrete Pläne habe ich noch nicht. Das einzige, was ich weiß ist, dass ich im November und Dezember reisen werde – entweder durch Brasilien oder weitere Teile Südamerikas. Meine Rückkehr habe ich vorerst für Januar 2009 angesetzt. Letzter Termin, an dem mein Rückflugticket gültig ist, ist der 19. Januar. Also spätestens dann, sehen wir uns wieder. Aber bis dahin werde ich sicherlich noch die ein oder andere Sache bloggen.
Viele liebe Grüße,

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